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  • Daniel KienastDaniel Kienast
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    Ein Eigentümer steht an einer Versammlung im Stockwerkeigentum auf, deutet auf den Plan und behauptet allen Ernstes: ‚Eine Wärmepumpe neben dem Spielplatz? Auf keinen Fall – die ist so extrem laut, das ist eine Gefahr für Leib und Leben unserer Kinder!‘
    Mein erster Gedanke im Kopf: Hast du eigentlich schon mal Kindergeschrei auf einem Spielplatz gehört?!

    Bringen wir kurz Fakten in das Schauermärchen: Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen laufen heute auf ca. 45 bis 50 Dezibel – das entspricht leiser Zimmerlautstärke oder leichtem Regen. Kinder beim Spielen und Kreischen erreichen auf dem Spielplatz problemlos 80 bis 90 Dezibel! Die Wärmepumpe wird vom Kinderlachen also schlicht übertönt.

    Aber genau das ist die Königsdisziplin im Verwalteralltag: In vielen Versammlungen ergreifen Eigentümer das Wort – was super ist –, aber die Fakten sind manchmal schlichtweg falsch. Ob Schauermärchen über Heizungen, verdrehte Reglements-Artikel oder falsche Zahlen.
    Jetzt hast du als Bewirtschafter ein riesiges Dilemma: Falsche Fakten einfach stehen lassen? Keine Option – sonst entstehen teure Fehlbeschlüsse.
    Den Eigentümer aber vor allen abkanzeln und als Lügner hinstellen? Dann brennt der Saal erst recht! Wer sein Gesicht verliert, schaltet auf stur, Lager bilden sich – und der Nachbarschaftsfrieden ist ruiniert.

    Die echte Kunst aus meiner Sicht ist: Sofort korrigieren, aber die Person niemals isolieren.
    Nicht sagen: ‚Das ist Unsinn!‘, sondern: ‚Schauen wir uns kurz die offiziellen Dezibel-Messwerte oder das Reglement dazu an…‘
    Objektiv bleiben, Fakten klären – und das Gesicht des Gegenübers wahren. Das macht im Verwalter-Alltag den Unterschied.

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