Der Neubau hat Mängel, der Ersteller rührt sich nicht und der Frust ist riesig. Da kommt schnell die Idee: „Ich geh an die Zeitung oder schreibe eine vernichtende Google-Rezension als Druckmittel!“ Emotional absolut nachvollziehbar – aber finanziell oft ein massiver Fehler.
Wer seine Liegenschaft öffentlich als „Bausünde“ anprangert, schadet vor allem einer Partei: sich selbst. Solche Berichte landen im Internet und bleiben dort. Das Ergebnis? Die Verkäuflichkeit der Wohnungen sinkt sofort und der Marktpreis bricht ein. Wer will schon eine Wohnung in einem Haus kaufen, das als „Pfuscherbau“ in der Zeitung stand?
Ein einsamer Rachefeldzug eines einzelnen Eigentümers ist brandgefährlich. Wenn durch deine Schlagzeile der Wert der anderen Wohnungen sinkt, könnten dich deine Nachbarn haftbar machen! Ein solcher Schritt sollte – wenn überhaupt – nur nach einem gemeinsamen Beschluss der Gemeinschaft erfolgen. Doch seien wir ehrlich: Kaum eine Mehrheit wird freiwillig das Risiko eingehen, den eigenen Immobilienwert zu ruinieren.
Unterschätze niemals die Rechtsabteilung der grossen Ersteller. Wer öffentlich scharfe Kritik übt, riskiert Klagen wegen Verleumdung oder geschäftsschädigendem Verhalten. Am Ende stehst du nicht nur mit den Baumängeln da, sondern hast auch noch ein Strafverfahren am Hals.
Mein Tipp: In der heutigen Informationsflut verpufft die Wirkung solcher Medienberichte oft schnell – der Imageschaden für dein Eigentum und eure Gemeinschaft aber bleibt. Wehre dich mit juristischen Mitteln und einer starken Gemeinschaft, aber hüte dich davor, dich aus Wut „ins eigene Fleisch zu schneiden“.