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  • Daniel KienastDaniel Kienast
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    Die Verwaltung trifft bei der Übernahme eines Neubaus auf viele Unbekannte.
    Sicher ist allerdings, dass eine solche Übernahme immer einen erheblichen Aufwand mit sich bringt. Oder der Aufwand müsste zumindest erheblich sein, wenn man die Aufgabe ernst nimmt. Der Arbeitsaufwand kann im ersten Jahr rasch mal doppelt so hoch sein wie bei einer Gemeinschaft, welche man bereits Jahre lang betreut.
    Bei einem Neubau fällt er oft sogar noch deutlich höher aus. Das vereinbarte Honorar, das bekanntlich auf einen langfristigen Zeitraum ausgelegt ist, deckt die intensive Startphase häufig nicht ab. Dies führt zur Herausforderung, dass der Bewirtschafter zwar oft einen guten Job machen will, diesen aufgrund der zur Verfügung stehenden Arbeitsstunden aber gar nicht zufriedenstellend leisten kann.
    Es gilt folglich, die Startphase korrekt im zu zahlenden Honorar abzubilden oder aber von Anfang zu vereinbaren, dass für gewisse Dienstleistungen – beispielsweise die Begleitung der Mängelbehebung – separate Rechnungen gestellt werden. Der Mehraufwand, den jemand leisten muss, damit eine neu entstehende Gemeinschaft im Stockwerkeigentum überhaupt eine faire Startchance erhält, muss ebenfalls entschädigt werden. Auch ist denkbar, dass dies über eine einmalige Pauschale zu Beginn eingerechnet wird oder über ein höheres Honorar für die ersten beiden Jahre vereinbart wird. Ebenfalls sollte der Leistungsbeschrieb der Verwaltung abschliessend geklärt sein, damit keine falschen Erwartungen bestehen.
    Wie auch immer diese Problematik gelöst wird, sind Verwaltungen gut beraten, sich im Vorfeld eingehend damit auseinanderzusetzen. Ansonsten wird die Freude sowohl bei der Verwaltung als auch bei der Gemeinschaft womöglich nicht allzu lange anhalten.
    Meiner Einschätzung nach ist der zielführendere Weg, entweder zu Beginn ein höheres Honorar zu vereinbaren oder eine Pauschale für die Startphase zu verrechnen. Wir Bewirtschafter sind vom Typ Mensch nicht die geeigneten Personen, um akribisch die geleisteten Stunden auf ein Mandat zu rapportieren. Zumal dies in einem Beruf, der von derart zahlreichen kleinen und kurzfristigen Pendenzen geprägt ist, besonders aufwändig ist.
    Stell dir vor, ich müsste jedes Telefonat und jedes Mail, welches mich tagtäglich erreicht auf irgend ein Mandat buchen. Ich würde viel zu sehr im Administrations-Sumpf versinken – statt meine Zeit für echten Mehrwert einzusetzen. Denn genau das ist es, was wir tue, was wir Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter tun: Alles reinzuwerfen, dass es eine Freude ist, im Stockwerkeigentum zuhause sein zu dürfen.

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