Wenn das Traktandum „Heizungsersatz“ auf den Tisch kommt, brennt in der Versammlung vielerorts die Luft! Die kantonalen Vorschriften in der Schweiz sind knallhart: Einfach 1:1 eine neue Öl- oder Gasheizung einbauen? An vielen Orten nicht mehr möglich, oder bald nicht mehr! Eine alternative Lösung muss also her. Das Problem: Wärmepumpen oder Fernwärme sind um ein Vielfaches teurer in der Anschaffung – und dieses Geld ist im Erneuerungsfonds oft gar nicht da!
Und genau dann wird es absurd. Weil wir Schweizer nicht gerne über Geld sprechen, das wir nicht haben, kommen die wildesten Argumente. Viele ältere Eigentümer sagen: „Für was noch investieren? Ich erlebe den Zeithorizont eh nicht mehr!“ Andere besitzen zwar eine wertvolle Wohnung, sind aber schlicht nicht flüssig. Statt das zuzugeben, flüchten sie sich in bizarre Fake News.
Da hörst du Sätze wie: „Wärmepumpen sind so laut, da kann niemand mehr schlafen!“, „Fernwärme liefert zu wenig Energie, wir werden im Winter alle frieren!“ oder „PV-Module werden eh nur durch Kinderarbeit gebaut!“
Seit der Pandemie ist die Polarisierung zudem extrem geworden. Auf der einen Seite hast du die Fraktion: „Wir haben nur einen Planeten, koste es, was es wolle – wir retten diesen!“ und auf der anderen Seite: „Alles Klimaquatsch, Öl und Gas ist das Beste und Günstigste!“
Als Verwaltung musst du heute nicht mehr nur Zahlen prüfen, sondern vor allem Vorurteile abbauen und mit Fake News aufräumen. Die grösste Herausforderung ist es, den Leuten klarzumachen: Die Liegenschaft muss für die Nachkommen verkaufbar und vererbbar bleiben.
Und noch ein Problem: vermögend sein heisst noch lange nicht, liquide zu sein. Und Aktien oder Bitcoins verkauft niemand gerne zu einem dummen Zeitpunkt, nur weil im Keller die Heizung ausfällt! Wer also glaubt: „Wir schiessen das Geld dann schon ein, wenn es so weit ist“ – sorry, aber das funktioniert im Alltag fast nie.