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…. Ähm nicht so im Mehrfamilienhaus – und noch weniger im Stockwerkeigentum
Ich war vor kurzem wieder in einem längeren Austausch involviert. Ziel war es, die bestehende Heizanlage nun rund 5 Jahre nach Bezug der Liegenschaft optimal einzustellen; auch mit dem Ziel die Vorgaben des Minergie-Standards um- und durchzusetzen.
Gerade die ersten zwei Winter bei einem Neubau sind heizungstechnisch eine Katastrophe. Das oft vor Weihnachten fertiggestellte Gebäude ist noch feucht, muss austrocknen, entsprechend anders muss die Heizung arbeiten als damals am Bürotisch errechnet wurde. Gleichzeit werden in den ersten beiden Jahren in allen Wohnungen viele Einstellungen geändert und Durchflüsse laufend angepasst. Jede Anpassung hat wiederum Auswirkungen auf die anderen, welche danach ebenfalls wieder nachjustieren müssen…. Diese Eingriffe nehmen erfahrungsgemäss erst nach dem zweiten Winter ab. Und so kann man auch erst nach den ersten Jahren überhaupt schauen, ob die eigentlichen Heizungsparameter umsetzbar sind. Davor ist primär wichtig, dass alle gut im neuen Zuhause ankommen.Und so auch hier: bei 5 der 6 Häuser dieser Gemeinschaft wurde die Parallelverschiebung um 3K angehoben; in mehren Handwerkereinsätzen da zu kalte Temperaturen reklamiert wurden. Somit wurde die Vorlauftemperatur überall um 3 Grad erhöht, damit es überall genügend warm ist. In einem Haus sogar um Satte 7 Grad. Eigentlich gemäss Papier müsste diese Einstellung bei 0 sein. Heisst, man braucht deutlich mehr Energie. Man spricht von bis zu 20% Mehrenergie gegenüber einer optimal eingestellten Heizkurve.
Das packen wir nun noch an; aber selbstverständlich sehr behutsam. Denn darin liegt die Herausforderung, dass einige sich pudelwohl fühlen bei den gemäss SIA-Normen angestrebten 20-22 Grad, welche in Wohnräumen vorzufinden sein sollten, und andere bei 22 Grad sich gefühlt im Iglu am Nordpol befinden. Es aber für alle nur eine Heizkurve geben kann.Und noch was: damit die Heizkurve überhaupt optimal eingestellt werden kann, müssen zwingend alle Heizkörper im Gebäude auch funktionieren. Wenn bei Bodenheizungen gewisse Kreise verstopft sind oder Ventile defekt, müssen die restlichen Bereiche ja deutlich wärmer sein, damit die gesamte Wohnung die gewünschte Wärme erreicht. Und schon schraubt wohl wieder jemand an der Heizkurve rum, statt eigentlich «nur» die Bodenheizung in dieser Wohnung wieder vollumfänglich funktionstüchtig zu machen.
Heja, Heizungseinstellung im Stockwerkeigentum: ein derart komplexes System mit derart unterschiedlichen Befindlichkeiten und Wünschen seitens uns Menschen, optimal und entlang der eigentlichen Berechnungen wird es wohl nirgends sein.
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