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  • Daniel KienastDaniel Kienast
    Verwalter
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    Kennst du das Gefühl von absolutem Fremdscham? Ich erlebe das in meinem Alltag als Verwalter immer öfter. Der Kunde ist König, klar. Aber manchmal muss ich Briefe aufsetzen, bei denen sich mir schlichtweg die Zehennägel hochbiegen.
    Und natürlich teile ich meine Bedenken jeweils auch mit und lehne mich zuweilen schon arg aus dem Fenster. Wenn es dann allerdings noch immer gefordert wird, muss man es machen.

    Es geht meistens gar nicht darum, dass das Anliegen komplett falsch wäre. Es geht um das Wie. Da wird wegen jedem kleinen „Chräbeli“ oder einem Piiips im Treppenhaus direkt das ganz grosse juristische Besteck ausgepackt. Und dann soll ich Sätze schreiben wie: „Wir fordern Sie unverzüglich auf…“, „…machen wir Sie haftbar…“ oder „…behalten wir uns rechtliche Schritte vor.“
    Und woher kommen diese Sätze heute zu 90 %? Genau: Aus der KI! Die Leute lassen sich lange, aggressive Briefe ausspucken. Und das Ganze über die Verwaltung laufen zu lassen, tut ja nicht weh – da braucht man selbst kein Rückgrat für.

    Aber das ist brandgefährlich! Mit solchen KI-Drohbriefen verärgerst du dein Gegenüber so massiv, dass jegliche Kulanz sofort stirbt. Der gesunde Menschenverstand und das „Miteinander“ werden komplett gecancelt. Am Ende führt das nur zu einem frustrierenden Krieg der KIs unter den Dächern im Stockwerkeigentum.

    Also, was hörten wir doch jeweils auf dem Tennis-Court vom Maestro wenn es brenzlig wurde?
    Genau: „Chum jetze!“

    Lassen wir unsere Köpfe eingeschaltet und vergesst bitte nicht euer Bauchgefühl – sondern hört weiterhin auf diese innere Stimme. Dieser sechste Sinn ist für das Zusammenleben unter einem Dach tausendmal wichtiger als jeder KI-generierte Drohbrief.

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