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  • Daniel KienastDaniel Kienast
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    Und wohl nicht nur da

    Verantwortung übernehmen? Fehler eingestehen? Mal ehrlich um Entschuldigung bitten? Das scheint im Stockwerkeigentum gerade massiv aus der Mode zu kommen. Stattdessen erlebe ich immer öfter ein bizarres Phänomen: Wer die Regeln bricht, macht sich am Ende zum Opfer. Hier sind zwei krasse Beispiele aus meiner Praxis:

    Ein Eigentümer zahlt seit anderthalb Jahren keine Beiträge. Der Ausstand ist riesig. Wir haben fünfmal das Gespräch gesucht, wurden vertröstet, Versprechen wurden gebrochen. Als wir jetzt – auch auf Druck der Gemeinschaft – die Betreibung ankündigen, passiert das Unfassbare: Er ist beleidigt! Wie unverfroren wir seien, ihn als schlechten Zahler hinzustellen. Warum wir nicht „lösungsorientiert“ seien? Ernsthaft? Er wohnt seit 18 Monaten auf Kosten der Nachbarn und wir sind am Ende die Bösen?

    Ein anderer Eigentümer baut seinen Garten um, wie es ihm gefällt. Zäune, Terrain-Anpassungen, Hochbeete – alles ohne Beschluss, trotz mehrfacher Warnungen. Als die Gemeinschaft den Rückbau verlangt, schaltet er an der Versammlung sofort in den Opfer-Modus: „Hackt doch nicht auf mir rum, es sieht doch schön aus! Ich wusste das alles nicht, die anderen gönnen mir einfach nichts.“ Keine Reue, keine Einsicht – nur Fingerzeige auf die „böse“ Gemeinschaft.

    Ist das die neue Welt? Fehler machen und sich dann mit einer „Opfer-Geschichte“ aus der Verantwortung stehlen? Als Bewirtschafter braucht man hier Nerven aus Stahl. Wir versuchen pragmatisch zu sein, aber am Ende gibt es Regeln, damit das Zusammenleben funktioniert.

    Eine Gemeinschaft ist kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander.
    Darum meine Bitte an euch: Habt den Mut, zu euren Fehlern zu stehen. Ein ehrliches ‚Tut mir leid, da habe ich einen Fehler gemacht, wie lösen wir das jetzt?‘ bewirkt oft mehr Wunder als jeder Anwalt. Tragt Sorge zu eurem Umfeld und vergesst nicht: Man sieht sich im Treppenhaus immer zweimal. Wenn wir wieder lernen, Verantwortung zu übernehmen, macht das Wohnen für alle mehr Freude.“

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