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  • Daniel KienastDaniel Kienast
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    Warnhinweise sind leider schwer zu erkennen.

    Oft fehlt ein detaillierter Baubeschrieb für allgemeine Flächen. Wenn etwas beschrieben ist, ist es geschuldet; fehlt die Beschreibung, bleibt Spielraum für Änderungen und Einsparungen. Problematisch ist auch oft, dass du als Käufer einer Eigentumswohnung im Neubau lediglich über den Kaufvertrag mit entsprechenden Umschreibungen verfügst, aber keine Einsicht in den Werkvertrag erhältst. Käufer neigen zudem oft dazu, Risiken auszublenden und sich von Verkaufsprospekten blenden zu lassen – die sog. «rosarote Brille».
    Diese rosarote Brille ziehen wir Menschen aber bekanntlich gerne an. Wir wollen zuweilen gar nicht, dass uns jemand unseren Herzenswunsch schlecht redet oder uns zwingt, eine bereits getroffene Entscheidung nochmals zu überdenken. So werden Objekte heutzutage oft deutlich überbezahlt, weil man die Wohnung subjektiv betrachtet «um jeden Preis» will. Gleichzeitig werden auch jegliche Verträge und ohne grossartige Kontrolle unterzeichnet; nicht zuletzt auch von Juristen, die wissen, dass man keine Unterschriften in gewissen Situationen leisten sollte. Aber tut man es nicht, wird wohl die Eigentumswohnung für immer ein Traum bleiben.
    Das Verständnis für den bestehenden Zugzwang ist in diesen Tagen sicherlich erforderlich. Allerdings sollte man auch bedenken, dass man kein Auto kauft, das bereits hunderttausendfach in identischer Form gebaut wurde. Eine Liegenschaft ist immer neu und wird vor allem in immer anderen Team-Konstellationen und an anderen Orten mit anderen Begebenheiten erstellt. Es ist wichtig, sich mit all diesen Punkten auseinanderzusetzen.
    Man sollte sich ebenso überlegen, wo überhaupt Schäden entstehen könnten. Wird beispielsweise am Hang gebaut, ist eine höhere Sorgfalt bei der Abdichtung erforderlich. Gleiches gilt, wenn die Liegenschaft in erhöhten Grundwasserverhältnissen erstellt wird oder auf einem nicht tragfähigen Boden.
    Als Käufer solltest du dir die Frage beantworten können, ob man «dort» überhaupt bauen sollte.
    Wie viel man auch in Recherchen investiert, was man alles abklärt und aktiv anpasst, am Ende muss man sich dennoch bewusst sein, dass man als Käufer auf viele Faktoren schlicht keinen Einfluss hat und auch nicht erwirken kann.
    Und so kann es für Käufer einer Neubauwohnung manchmal nur einen Weg geben, einen Fehler zu vermeiden: Der Verzicht einen Kaufvertrag zu unterzeichnen. Natürlich wird diese Empfehlung nicht gerne gehört, sie ist dennoch von entscheidender Bedeutung.
    Also hört auf eure Bekannten und Verwandten, wenn diese euch von einem Kauf abraten! Denn selber sieht man viele Punkte durch die rosarote Brille nicht.

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