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Ein sehr spannender Aspekt bei der Übergabe eines Neubaus an die Stockwerkeigentümer nimmt die Entstehung der Gemeinschaft an sich ein. Die zukünftigen Nachbarn kann man sich bekanntlich nicht aussuchen. Viele Konflikte entstehen nicht aufgrund von grundlegend unterschiedlichen Meinungen. Oft reicht es, wenn sich Menschen aufgrund von unterschiedlichen Herangehensweisen missverstehen. So treffen die unterschiedlichsten Charaktereigenschaften aufeinander:
• Eigentümer, welche Stockwerkeigentumsprofis sind, und mehrere Wohnungen besitzen;
• Personen, welche zum allerersten Mal eine Liegenschaft erwerben und bislang nur die Mieterseite kennen;
• Personen, welche Recht und Ordnung genau kennen und welchen die Einhaltung derer sehr am Herzen liegt – sowie natürlich das genaue Gegenteil davon;
• Menschen, die sich generell in vielem sehr gut auskennen – oder auszukennen glauben – und dies auch gerne mitteilen;
• Unzufriedene Eigentümer, denen man es kaum jemals recht machen kann, denen immer etwas auffällt, was nicht in Ordnung ist;
• Individuen, welchen die Gemeinschaft eigentlich egal ist und die nicht verstehen, warum man sich an etwas beteiligen soll;
• Käufer, die sich häufig über andere beklagen;
• Eigentümer, welchen es äusserst wichtig ist, den grösstmöglichen Beitrag für die Rettung der Erde zu leisten, ungeachtet davon was es kostet;
• Personen, welchen es kaum jemals schnell genug gehen kann und für welche lange Diskussionen zu vermeiden sind.
Diese Charakter-Typen finden sich in der einen oder anderen Form in allen Stockwerkeigentümergemeinschaften wieder. Damit einhergehend finden sich entsprechende Verhaltens- und Konfliktmuster wieder. Alle genannten Charaktere sind zu gewinnen, wenn sie in ihren jeweiligen Stärken und Verhaltensweisen einbezogen werden und Wertschätzung erfahren.
Die Verwaltung, und noch mehr der versammlungsleitende Bewirtschafter, hat es in der Hand, von Beginn weg die Rahmenbedingungen sicherzustellen, damit aus einer Gruppe Menschen überhaupt eine gewinnbringende Gemeinschaft entstehen kann. Allerdings gibt es auch Konstellationen, welche von Beginn weg kaum «verwaltbar» sind. Auch dies eine der grossen Unbekannten für eine Verwaltung, wenn man einen Neubau übernimmt. -
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