Wie viel Wahrheit verträgt die Akquise im Stockwerkeigentum?
Kürzlich erhielt ich einen Anruf: Wir sind in der engeren Auswahl für ein neues Mandat.
Die nächsten Schritte und Bedingungen der Gemeinschaft sind klar: Vorstellung vor Ort an fixen Abenden und der künftige Bewirtschafter muss zwingend dabei sein.
Meine Antwort: Zweimal „Nein“
Ich musste ehrlich sein: Ich kann weder das eine noch das andere bieten. Warum? Weil ich acht Monate im Voraus nicht versprechen kann, wer das Mandat übernimmt – und haltlose Versprechen sind nicht mein Ding. Zudem sind meine Abende aktuell durch laufende Versammlungen komplett besetzt.
Ich dachte: „Das war’s, wir sind raus.“
Doch genau das Gegenteil ist passiert! Der Delegierte sagte mir am Ende des Telefonats: „Herr Kienast, diese ehrliche Antwort hat mich überzeugt. So viel Transparenz habe ich lange nicht mehr erlebt. Wir wollen Sie trotzdem treffen – dann eben am Nachmittag.“
Warum sind wir jetzt erst recht im Rennen? Weil die Leute müde sind von schönrednerischen Verkaufstaktiken.
Was eine Gemeinschaft wirklich will (neben fachlichem Know-how), ist Verlässlichkeit und zeitnahe, ehrliche Kommunikation.
Seid transparent, seid ehrlich und lasst die hohlen Versprechen weg. Eine Verwaltung muss zur Gemeinschaft passen – menschlich und organisatorisch. Wenn das Fundament schon in der Akquise aus Täuschung besteht, wird die Zusammenarbeit nie funktionieren.